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Kapitel 01 · Woche 1

Grundlagen — welche fuenf Kontotypen wirklich sinnvoll sind.

Das erste Kapitel im Werkbuch. Wir machen Inventur, bevor wir planen. Drei Monate Kontoauszuege, alle Kreditkarten, alle Konten und Vertraege auf einem Bogen. Keine Bewertung, kein Plan, einfach Bestandsaufnahme.

Ein Notizbuch mit handschriftlicher Kontentafel auf einem Holztisch, daneben ein Stift und ein gefaltetes Kontoauszug.

Wie viele Konten braucht ein Haushalt?

Die Antwort haengt von der Lebenslage ab, aber als Faustregel: maximal fuenf. Mehr ist Verwaltungsoverhead, weniger fuehrt zu Vermischung. Die fuenf typischen Kontotypen:

1

Girokonto fuer den Alltag

Lohn rein, Miete raus, Strom raus, Wocheneinkauf raus. Eines, nicht zwei. Bei Paaren oft sinnvoll: ein gemeinsames Giro fuer Fixkosten plus je ein eigenes fuer alles uebrige. Aber das ist eine Optimierung — fuer Modul 01 reicht das Haupt-Giro.

2

Tagesgeldkonto fuer den Notgroschen

Drei Monatsausgaben, sofort verfuegbar, bei einer anderen Bank als das Giro (damit ein Bankausfall Sie nicht aus dem System wirft). Verzinsung ist Bonus, nicht Ziel.

3

Depot mit Welt-ETF-Sparplan

Bei einer Direktbank oder einem Broker mit Sparplan-Funktion (kostenfrei). Pro Monat eine Rate, automatisch, ohne Markttiming. Kapitel 04 geht in die Details.

4

Eine Kreditkarte

Eine, nicht drei. Idealerweise eine ohne Jahresgebuehr, die im Ausland funktioniert. Wird einmal pro Monat vom Girokonto ausgeglichen — niemals als Kredit benutzt. Wenn Sie heute mit zwei oder drei Karten arbeiten, ist Kapitel 06 fuer Sie da.

5

Optional: Konto fuer groessere Sparziele

Wenn Sie auf eine groessere Anschaffung sparen (Mietkaution, Familienauto, Hochzeit), ein zweites Tagesgeld dafuer — getrennt vom Notgroschen. So sehen Sie den Fortschritt.

Was Sie heute aus den Schubladen nehmen sollten

Die Hausaufgabe nach Kapitel 01 ist die Kontentafel. Auf einem A4-Bogen: alle Konten, alle Kreditkarten, alle aktiven Kredite und Dispokredite, alle laufenden Vertraege (Strom, Internet, Mobilfunk, Versicherungen). Mit Bankname, ungefaehrem Saldo, monatlicher Belastung — und ob das Konto regelmaessig genutzt wird oder seit Jahren brachliegt.

In der ersten Werkstatt am Mittwoch besprechen wir die Kontentafeln (anonym, drei Beispiele aus der Kohorte). Die haeufigsten Erkenntnisse: ein vergessenes Sparbuch mit 1 200 EUR, drei Kreditkarten obwohl eine reicht, ein Bausparvertrag aus 2014, der schon zugeteilt waere.

Werkblatt zu Kapitel 01

Kontentafel auf A4. Wir nutzen sie als Grundlage fuer Kapitel 02 (Einnahmen und Ausgaben) und Kapitel 05 (Versicherungen). Wer die Tafel ordentlich fuehrt, hat 70 % der Arbeit erledigt.

Ein Hinweis zu Bargeld

Wir empfehlen kein Bargeld-Umschlagsystem als Kernmethode. Das funktioniert fuer manche Haushalte, ist aber 2026 in Deutschland mit immer mehr kontaktlosen Zahlungen unpraktisch. Was wir empfehlen: einmal im Monat 100–200 EUR Bargeld abheben fuer Ausgaben, die sich am Konto nicht gut abbilden lassen (Trinkgeld, kleine Marktkaeufe). Mehr braucht es nicht.

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